Klimagerechtigkeit: Entwicklung jenseits von Wachstum und Weltmarkt

Ursachen und Lösungsansätze für den Klimawandel aus der Perspektive kleinbäuerlicher Organisationen in Zentralamerika

In Zentralamerika ist der Klimawandel längst Realität. Mit dessen Folgen müssen sich die Menschen Jahr für Jahr auseinandersetzen. Extreme Dürre, Überschwemmungen und immer
wieder auftretende Wirbelstürme bedrohen das Leben vor allen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.
Weil bezweifelt werden muss, dass die internationale Gemeinschaft Willens und in der Lage ist, dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen, werden die Menschen in Zentralamerika
selbst aktiv. Mit den Klimaaktivist*innen aus Mittelamerika und den beteiligten Wuppertaler Organisationen wollen wir diskutieren, wie wir zusammen arbeiten und was wir in Europa
und Wuppertal tun können. Wie kommen wir zum Einstieg in eine Postwachstumsgesellschaft, wie zu einer Ernährungswende und zu einer gerechteren Rohstoffpolitik? Was heißt das
für die EU- Handels- und Agrarpolitik?
Wie muss eine lokale Agenda gestaltet werden?

Zwei Aktivist*innen aus Nicaragua (Kommunalbewegung-Matagalpa) und El Salvador (MOVIAC / ACUDESBAL –Bajo Lempa) berichten, wie sie durch intelligente diversifizierte Landwirtschaft (Agroökologie) die Risiken unvorhersehbarer Wetterphänomen abmildern. Zudem tragen sie durch schattenspendende Bäume und eine organische Landwirtschaft zur
Wiederaufforstung, Veränderung des Mikroklimas und Gesundung der Böden bei.
Der Aufbau eines Klima-Netzwerkes und lokalen von der Bevölkerung betriebenen Messstationen hilft, die Aussaat und Anbauprodukte optimal an die erwarteten Niederschlagsmengen anzupassen. Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz bilden dadurch keinen Gegensatz mehr, sondern ergänzen sich gegenseitig. Die Menschen wollen ihre
Produktion in erster Linie (wieder) darauf ausrichten, sich und ihre Familien sicher, gesund und nachhaltig versorgen zu können. Produktionsüberschüsse werden dann eher auf lokalen Märkten verkauft. Das macht die Menschen weniger abhängig von schwankender Nachfrage und Preisen auf den Weltmärkten und gibt Hoffnung, den Klimawandel zu überleben.
Ergänzt werden die globalen Erfahrungsberichte durch die Gelegenheit zum Gedankenaustausch, was dieses Umdenken für uns hier heißt.

Der Eintritt ist frei

18.10.2019, 19.00 Uhr

Saal